Heft 1/2021: Visegrád-Staaten in der EU. Polarisierung - Radikalisierung - Diskriminierung

Die Polarisierung der Gesellschaft ist mittlerweile zu einem Schlagwort geworden, das in kaum einer politischen Analyse fehlt. Trump, der Brexit, Migration und die fast schon wieder in den Hintergrund gerückte Fluchtbewegung aus dem Süden nach Europa, auch Globalisierung und Klimawandel, und die seit nunmehr einem Jahr anhaltende Coronapandemie … In all diesen Themenfeldern zeichnet sich tatsächlich eine ganz grundsätzliche Polarisierung der Positionierungen ab, die Zwischentöne überlagert. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit will in ihrem Schwerpunkt all jene in den Vordergrund rücken, die „on-the-ground“ in der Praxis für eine offene, liberale und vielfältige Gesellschaft in ihren Ländern und in der EU kämpfen. Der Schwerpunkt zu „Polarisierung, Radikalisierung und Diskriminierung in Europa“ der Ausgabe fokussiert im Besonderen die Situation in Mittel- und Osteuropa der Praxis von Prävention und Intervention im Feld von Demokratiebildung, Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus.

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Autor*innen

Kata Bálint ist Analystin bei Political Capital und ihre Kernforschungsgebiete sind Rechtsradikalisierung und Extremismus. Sie studierte Internationale Studien und Politische Psychologie.

Tina Dürr ist stellvertretende Leiterin des Demokratiezentrums Hessen. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind Mobile Beratung im Kontext von Rechtsextremismus, Rassismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Politische Bildung und Demokratiebildung sowie Rassismuskritik.

Catherine Lourdes Dy ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Laboratoire d‘Anthropologie des Mondes Contemporains der Freien Universität Brüssel und zuletzt Projektmanagerin am Peace Action, Training and Research Institute of Romania Ihre Forschungsinteressen umfassen Migration und Sicherheit, einschließlich der Integration von Drittstaatsangehörigen, in Bezug auf unmittelbare und langfristige Bedürfnisse, sowie Polarisierung und Radikalisierung innerhalb oder gegenüber gefährdeten Gruppen, mit einem Schwerpunkt auf Osteuropa.

Jan Hellinghausen ist Lehrer an einer weiterführenden Schule und Doktorand an der Universität Siegen.

Bulcsú Hunyadi ist leitender politischer Analyst des Budapester Forschungsinstituts Political Capital. Er ist der Koordinator des Forschungsprogramms des Instituts, das sich auf Rechtsextremismus und Radikalisierung konzentriert. Er studierte Geschichte, Soziologie und Internationale Beziehungen.

Dominik Istrate ist Analyst für Außenpolitik am Forschungsinstitut Political Capital in Budapest. Er ist Mitglied des Forschungsteams des Instituts zu Desinforma tionskampagnen, die auf die MOE-Region abzielen. Er studiert Internationale Beziehungen an der Corvinus-Universität Budapest.

Ole Jantschek ist aktuell Bundestutor der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et). Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Themen diversitätsorientierte politische Jugendbildung, Digitalisierung und politische Medienbildung.

Beate Küpper ist Sozialpsychologin und Professorin für Soziale Arbeit in Gruppen und Konfliktsituationen an der Hochschule Niederrhein. Sie ist seit 2014 Ko-Autorin der von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderten „Mitte Studie“ über menschenfeindliche und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland. Sie ist Mitglied der Redaktion dieser Zeitschrift.

Max Mühlhäuser ist Professor an der Technischen Universität Darmstadt und Leiter des Telecooperation Labs. Er hat Schlüsselpositionen in mehreren großen Sonderforschungsbereichen inne und leitet die Doktorandenschule zum Thema Datenschutz und Vertrauen für mobile Benutzer*innen. Er forscht zu den Themen Internet, Mensch-Computer-Interaktion und Cybersicherheit, Datenschutz und Vertrauen.

Florina Neagu studierte Rechtswissenschaften und Europastudien an der Alexandru Ioan Cuza-Universität in Iași. Sie forscht am Multicultural Business Institute of Romania und ist Kommunikations- und PR-Spezialistin am Peace Action, Training and Research Institute of Romania (PATRIR). Ihre Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Bereiche Rechtswissenschaften, Menschenrechte, Schutz der Frauenrechte und Internationale Beziehungen. Sie arbeitet zusammen mit Nichtregierungsorganisationen im Bereich Jugendaktivismus und soziale Gerechtigkeit.

Verena Schäfer-Nerlich ist Referentin für Forschungsförderung und Forschungsstrategie an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie promovierte an der JLU Gießen zum „EU -Konstitutionalisierungsprozess“ und war von 2017 bis 2020 dort als Projektkoordinatorin des interdisziplinären Forschungsverbundes „Antidemokratische Haltungen – Herausforderungen für Bildung und Sozialisation“ tätig.

Sophie Schmitt ist Qualifikationsprofessorin für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Politische Bildung in schulischen und außerschulischen Zusammenhängen sowie im Kontext autoritärer Entwicklungen und Politische Sozialisation vor dem Hintergrund des Wandels von Arbeit und von Subjektivität.

György Tatár ist Diplomat und war in verschiedenen Positionen im ungarischen Außenministeriumtätig. Er leitete die Task Force für horizontale Sicherheitsfragen/ Konfliktprävention in der Strategieplanungs- und Frühwarneinheit der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU . Er ist Vorsitzender der Stiftung zur internationalen Prävention von Völkermord und Massengräueln, die 2010 in Budapest gegründet wurde.

Mihai Tatomir hat einen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaften und macht derzeit einen Master im Fach Internationale Beziehungen an der Bábes-Bolyai Universität, Cluj-Napoca. Er forscht im Bereich der sozialen Radikalisierung und Polarisierung. Er arbeitet zudem in den Projekten CHAMPIONs und BRAVE zu den Themen Mobbing-Prävention, inklusive Bildung und Wohlbefinden von Jugendlichen.

Andrea Tundis ist Senior Researcher im Fachgebiet Schutz von Infrastrukturen, organisierte Kriminalität im Internet und menschliche Sicherheit. Derzeit arbeitet er am Fachbereich Informatik der Technischen Universität Darmstadt und ist Mitglied im Telecooperation Lab (TK lab). Er ist am europäischen Forschungsprojekt „Horizont 2020“ über organisierte Cyber-Kriminalität und terroristische Netzwerke beteiligt, in dem er Modelle und Methoden für die Identifizierung, Prävention und Reaktion von internetbasierten Verbrechen untersucht.

Luca Váradi, PhD ist Soziologin und Sozialpsychologin. Sie ist eine ehemalige Marie Sklodowska- Curie-Forschungsstipendiatin und Gastprofessorin im Nationalismus-Studienprogramm der CEU in Budapest und Wien. Ihre Forschung konzentriert sich auf ethnische Vorurteile, insbesondere auf die Entstehung von Vorurteilen in der Adoleszenz. Luca Váradi arbeitet auch mit Lehrer*innen und NGOs zusammen, um die Forschungsergebnisse für schulbasierte Interventionsprogramme gegen Vorurteile zu nutzen.

Alexander Wohnig ist Juniorprofessor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Siegen. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem schulische und außerschulische sozialwissenschaftliche Bildung sowie politische Partizipation, bürgerschaftliches Engagement und soziales Lernen.

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