Heft 2/2018: RADIKALISERUNG

„Radikalisierung“ scheint als Überschrift für das aktuelle Zeitgeschehen (leider) gut zu passen und könnte für eine zukünftige historische Betrachtung unserer Zeit ein Schlüsselbegriff sein. Denn eine Radikalisierung lässt sich derzeit in mehrfacher Hinsicht beobachten: Im Hinblick auf den Zuwachs der extremen gesellschaftlichen Ränder einerseits und auf die rasante Erosion der scheinbar so stabilen Werte der gesellschaftlichen Mitte andererseits.

Die unterschiedlichen Konzepte, die hinter dem Schlagwort „Radikalisierung“ stehen, sind in Wissenschaft und Praxis allerdings nicht unumstritten. Daher leuchten die Beiträge im neuen Schwerpunkt diesen Begriff aus verschiedenen Perspektiven kritisch aus.

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Autor_innen

Reiner Becker
Dr., Politikwissenschaftler, Leiter des Demokratiezentrums Hessen an der Philipps-Universität Marburg, Mitglied der Redaktion.

Frank Feuerschütz
(geb. Hofmann) ist Jugendbildungsreferent. Seit 2013 ist er der Verantwortliche für den Medienbereich und Seminare der Bundeszentrale für politische Bildung in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein. Seit 15 Jahren arbeitet er in verschieden Bildungsstätten als Referent für politische Bildung mit dem Schwerpunkt digitale Medien. Er arbeitet mit spielpädagogischen Ansätzen wie Forumtheater, Mini-LARPs oder Computerspielen. Er führt Seminare für Kinder und Jugendliche durch und organisiert Bildungsurlaube für Berliner und Brandenburger Auszubildende.

Maik Fielitz
ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena leitete er das Projekt Interaktionsdynamiken islamistisch und rassistisch begründeter Demokratie- und Menschenfeindlichkeit. Er promoviert zum griechischen Rechtsextremismus an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Nils M. Franke
PD Dr., ist Historiker, Kommunikationswissenschaftler und Privatdozent für Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seit 2005 leitet er das Wissenschaftliche Büro Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Natur- und Umweltschutzes, der Nationalsozialismus sowie Rechts­extremismus und Rechtspopulismus. Seine Expertise konnte er u. a. im Bundestag oder der Deutschen Bundesstiftung Umwelt einbringen. Seine Forschungen, Vorträge und Workshops orientieren sich an der aktuellen Relevanz historischen Wissens.

Hande Abay Gaspar
M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Programmbereich Transnationale Akteure am Leibniz-Insitut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und arbeitet im Teilprojekt „Salafistischer Dschihadismus: Muster und Pfade der Radikalisierung“ im BMBF-geförderten Verbundprojekt PANDORA. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Radikalisierung und hierbei vor allem realweltliche Radikalisierungsprozesse sowie die Interaktion zwischen virtueller und realer Welt.

Jakob Guhl
M.A., ist Project Associate beim Institute for Strategic Dialogue in London. Dort arbeitet er vor allem bei der Online-Civil-Courage-Initiative, einem Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die zivilgesellschaftliche Reaktion auf Hassrede und Extremismus im Internet zu verbessern und auszuweiten.

Julian Junk
Dr., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter im Programmbereich Transnationale Akteure am Leibniz-Insitut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und leitet das HSFK-Büro in Berlin. Er ist Co-Leiter der Projekte „Gesellschaft Extrem“ und des Teilprojekts „Salafistischer Dschihadismus: Muster und Pfade der Radikalisierung“ im BMBF-geförderten Verbundprojekt PANDORA. Seine Forschungsschwerpunkte sind Radikalisierung und politische Gewalt, Sicherheitspolitik, internationale Organisationen, humanitäre Interventionen und UN-Peacekeeping.

Martin Kahl
PD Dr., ist Wissenschaftlicher Referent am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH). Er ist Leiter des Teilprojekts „Vergleich Rechtsradikalismus – Salafismus/Dschihadismus, Deradikalisierung und Wissenstransfer“ im BMBF-geförderten Verbundprojekt PANDORA. Seine Forschungsschwerpunkte sind Terrorismus und Terrorismusbekämpung sowie Radikalisierung.

Heike Kleffner
ist Journalistin und seit April 2018 Geschäftsführerin des Verbands der Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt.

Alexander Lorenz
Studium der Geschichte und Religionswissenschaft an der Universität Potsdam, ist Redakteur bei „Medaon. Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung“ und u. a. in der politischen Bildung für den Deutschen Gewerkschaftsbund und andere Bildungsträger in Berlin und Brandenburg tätig.

Ricarda Milke
ist seit 2000 Bildungsreferentin bei Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V., hat Soziologie, Psychologie und Religionswissenschaften studiert und arbeitet seither an den unterschiedlichen Facetten im Themenbereich Rechtsextremismus/GMF, aktuell in Modellprojekten zur (rechten) Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung.

Janina Pawelz
Dr., ist im Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt „Extrem rechte und salafistische Diskurse“ im BMBF-geförderten Verbundprojekt PANDORA.

Helmolt Rademacher
Lehrer, Dipl.-Pädagoge; war Leiter des Projekts Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD) des Hessischen Kultusministeriums, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe).

Marc Rüdiger
Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein, Bildungsreferent mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik. Im Projekt „#Dislike – Kontrapunkte gegen Hass im Netz“ entwickelt er als Projektleiter Konzepte, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen Kompetenzen gegen Hate Speech zu vermitteln.

Anja D. Schmidt-Kleinert
Dr., Philipps-Universität Marburg, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt „Dynamiken rechter Gewalt im Kontext der Debatte um Flucht und Asyl. Gelegenheitsstrukturen und Gegenmaßnahmen“ im BMBF-geförderten Verbundprojekt PANDORA.

Manjana Sold
M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Insitut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und im Teilprojekt „Salafistischer Dschihadismus: Muster und Pfade der Radikalisierung“ im BMBF-geförderten Verbundprojekt PANDORA. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen dabei insbesondere in der Rolle des Internets bei Radikalisierungsprozessen und in der Verbindung zwischen virtueller und realweltlicher Radikalisierung.

Beneditk Widmaier
ist Direktor der Bildungsstätte Haus am Maiberg, Akademie für politische und soziale Bildung.

Hanne Wurzel
Bundeszentrale für politische Bildung, ist Leiterin des Fachbereichs Extremismus.

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